Schmerzfreie "Spritze" - geht das?

Die intraligamentäre Anästhesie als lohnende Alternative

Auch in der Zahnmedizin gilt der Grundsatz, alle verfügbaren Therapiekonzepte zu kennen, Ihnen diese anzubieten und Vor- wie auch Nachteile gemeinsam im entspannten Gespräch abzuwägen. Neben der weltweit gelehrten und praktizierten Lokalanästhesie-Methode („Ausschaltung“ der Nerven) werden unter anderem Suggestion, Hypnose, Sedierung und Narkose sehr individuell angewandt.

Durch meine langjährige Erfahrung und auch dem aktuellen Wissens-Stand über die intraligamentäre Anästhesie habe ich diese als eine sehr gute Alternative entdeckt. Sie ist schonend und wird von den Patienten als sehr angenehm empfunden, da sie kaum schmerzt und danach nicht dieses stundenlange Taubheitsgefühl vorherrscht. Auf dieser Internetseite werde ich Ihnen als Zahnarzt in Rostock die Hintergründe, Techniken, Vor- und Nachteile der intraligamentären Anästhesie vorstellen und hoffe Sie damit rundum fundiert zu informieren.

Es werden pro Jahr bei jedem behandelnden Zahnarzt in etwa 1000 Lokalanästhesien durchgeführt. Bei weitem also keine Nebensache, sondern es ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung – da oft ohne Schmerzausschaltung keine Behandlung möglich ist.

Die großen Vorteile der intraligamentären Anästhesie liegen in meinen Augen in folgenden Punkten:

  • in der Regel keine bedeutenden Wartezeit zwischen Injektion und der Schmerzausschaltung, es kann also zügig und ohne Anspannung die Behandlung erfolgen
  • eine ausgeprägte und genügende Schmerzausschaltung für fast alle Behandlungsarten
  • großer Erfolg in der Schmerzausschaltung, somit werden kaum erneute Injektionen nötig
  • keine Beeinträchtigung für Sie, da die Schmerzausschaltung zügig vonstatten geht und Sie weiter Sprechen und Kauen können Kein Risiko für eine Nervbeschädigung oder für den Kontakt zu großen Gefäßen. Dadurch wird insgesamt die Sicherheit für Sie nochmals erhöht.
  • Kurze Dauer der Schmerzausschaltung von etwa 30 Minuten, dabei ist eine Verlängerung der Wirkung durch erneute Injektionen problemlos möglich – Es werden also völlig zielgerichtet und nach dem Bedarf geringste Mengen an Anästhesie-Mittel eingesetzt.
  • Begrenzung auf den Bereich, an dem die Behandlung erfolgen soll – somit wird zielgerichtet und in geringsten Dosen nur das nötigste Gebiet betäubt.
  • Keine Taubheit an Wangen, Lippen und Zunge - sie können wieder trinken, essen und sprechen - Bei einer Leitungsanästhesie hätten sie mehrere Minuten bis Stunden ein Taubheitsgefühl, welches zielgerichtetes Essen, Trinken und Sprechen verhindern würde – eine Teilhabe am Alltag / Freizeit ist so direkt nach der konventionellen Anästhesie nur eingeschränkt möglich. Bei der u.a. von mir angewandten intraligamentäre Anästhesie gibt es einen direkten Wohlfühl-Gewinn für Sie: Sie laufen auch kaum mehr Gefahr sich ungewollt auf die Zunge oder in die Wange zu beißen.
  • sehr geringer Bedarf an Anästhesie-Mittel, dadurch wird Ihr Körper weniger belastet und die Schmerzausschaltung wird insgesamt für Ihren Körper schonender und risikoloser. Für eine Leitungsanästhesie wie auch für eine Infiltrationsanäthesie ist in etwa eine 3-fache Menge an Anästhesie-Mittel nötig, um eine sichere Schmerzausschaltung zu erreichen!

Durch dieses spezielle Profil können folgende Behandlungen bei uns als Zahnarzt in Rostock durchgeführt werden:

  • Kronen- und Kavitätenpräparationen
  • Wurzelbehandlungen, auch bei akuten Beschwerden
  • Entfernung einzelner Zähne
  • Zur Schmerzausschaltung bei umfangreichen Zahnfleisch-Therapien
  • zur Unterstützung der Schmerzausschaltung konventioneller Methoden wie die Einzelzahn-Lokalanästhesie und Nerven-betäubenden Leitungsanästhesie


Was ist also das Besondere an der intraligamentären Anästhesie?

Das Anästhesie-Mittel wird in geringen Mengen ganz nahe dem zu behandelnden Zahn eingebracht, das heißt in den Spaltraum zwischen Zahn und Zahnfleisch. Man kann sich dies in etwa so vorstellen wie der Zwischenraum zwischen dem Fingernagel und der dahinter liegenden Haut. Durch diesen Spalt wird das Mittel in den Spaltraum eingebracht. Von dort breitet es sich schnell aus und gelang zu den Aus- und Eintrittspunkten der Nerven in den Zahn. Dadurch wird der einzelne Zahn schmerz-unempfindlich. Zudem breitet sich das Mittel auch in das umliegende Knochengewebe aus und macht auch um den Zahn liegende Nervenendigungen unempfindlich. Dies ist schon nach etwa 30 – 40 Sekunden erreicht.

Dabei sind die Grundlagen der Einzelzahn-Schmerzausschaltung schon seit mehr als 100 Jahren bekannt. Erst mit der Entwicklung von sogenannten Druckspritzen wurde eine intraligamentäre Schmerzausschaltung möglich. Eine solche Druckspritze ist in der Lage - über ein mehrstufiges integriertes Hebelsystem - die Kraft des Zahnarztes weiter zu steigern. Diese Kraft ist nötig um das Anästhesie-Mittel einzubringen – Das Gewebe im Spalt zwischen Zahn und Knochen ist recht derb und baut gegen das eingebrachte Anästhesie-Mittel einen natürlichen Druck auf. Nur durch diese neuartigen Druckspritzen ist eine Einbringung des Mittels zum Punkt der Wirkung möglich geworden. Dies ist das Geheimnis der intraligamentären Anästhesie: Es wirkt in geringen Mengen punktgenau. Die konventionellen Methoden wirken an den vorgeschalteten Nervenbahnen, welche großflächiger und weiter vom Zahn entfernt ausgeschaltet werden. Dadurch werden auch alle nachfolgenden (mehr oder weniger großen) Bereich ebenfalls schmerzunempfindlich, bis hin zur gesamten Zunge oder Wange.



Warum wird die intraligamentäre Anästhesie kaum gelehrt?

Auch auf meinen Weiterbildungen stand diese Frage oft im Raum. Die Universitäten sprechen diese Art der Schmerzausschaltung an, sie wird aber nicht praktiziert, da hierzu besonderes Equipment (Druckspritze) benötigt wird, außerdem ist die Wirkzeit für Ausbildungszwecke unter Umständen zu kurz. Zudem sind die in den letzten Jahren gemachten Fortschritte recht groß, diese müssen sich erst verbreiten.



Zusammenfassung der Forschungsergebnisse

Histologische Studien, also Studien, die sich auf die Zellen und Geweben konzentrieren, kommen zum Ergebnis: Es gibt keine Gewebezerstörung oder irgendeinen Beweis für eine Gewebeschädigung gleich auf welchen Ebenen nach einer intraligamentären Anästhesie. Es wird geschlossen, dass die intraligamentäre Schmerzausschaltung sicher ist, einzig begleitet von einer kurzweiligen, automatisch rückbildenden und minimalen Entzündung durch die Einbringung der Kanüle. Zudem wird das Anästhesie-Mittel sehr langsam eingebracht – etwa 0,2ml innerhalb von 40 – 50 Sekunden. Nach einigen Tagen sind diese kleinen inneren 'Wunden' in der Regel völlig verschwunden. Ebenfalls ist kein Nadelgang zu erkennen, da sich dieser wegen der kleinen Größe sofort verschließt.

Die Nadeln haben einen Außendurchmesser von maximal 0,3mm, zudem besitzen die Spitzen einen doppelten Facettenschliff mit 18° Anschliff, um den Einstich unmerklich werden zu lassen. Weiterhin sind die Kanülen biegsam aber steif sein um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten.

Für eine weiterführende Aufklärung und Beratung stehe ich wie jeder andere Zahnarzt in Rostock zur Verfügung. Diese Internetseite erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit, soll aber Ihnen die Möglichkeit geben sich grob vorab zu informieren.